Dieser Naturpark, der sich über See- und Landgebiet erstreckt, und sich sowohl über das Mittelmeer als auch den Atlantik ausdehnt, beherbergt einzigartige natürliche Reichtümer. Gekennzeichnet durch die harten klimatischen Bedingungen der Region und das Vorbeiziehen der Zivilisationen seit der Antike, hat sich eine dementsprechend angepasste Flora und Fauna entwickelt, Früchte einer Konvergenz sehr unterschiedlicher Naturräume. Diese Vielfalt spiegelt sich in einer wichtigen Ressource wider, der Landschaft, so dass wir auf der einen Seite Tarifas Klippen und abgetragene Plattformen vorfinden und auf der anderen Seite Sandstrände; vom weiter westlich gelegenen Teil des Parks, vom Leuchtturm von Camarinal aus, hat man eine wundervolle Aussicht über das Meer und die Küste; auf das Inland vom Berg Silla del Papa aus mit Blick auf die südlichen Gebirgsketten von Cadiz und die Comarca La Janda.

Die Winde Levante und Poniente spielen eine wichtige Rolle in Bezug auf die Ausstrahlung dieses Landschaftsraums: sie haben das Land geprägt, die Routen der Zugvögel festgelegt und Dünen geformt. Die Menschen haben gelernt, die Kraft des Windes zu nutzen, um saubere Energie zu erzeugen und Sportarten wie Surf in all seinen Varianten auszuüben. In Tarifa, international bekannt für Windsurf, hat der Wind unter anderem dazu beigetragen, den Urlaubs- und Strandbauboom der 70er Jahre zu stoppen.

Und der Besucher kann die schönen Strände genießen, wie den Strand von Los Lances, der als geschützte Naturzone ausgewiesen ist, oder den Strand von Bolonia, dessen berühmte Düne als Naturmonument deklariert wurde. In diesen Küstenabschnitten wachsen an die Trockenheit und den Wind angepasste Pflanzen, wie der Strandhafer, Wacholder oder der typische Kamarina, der dem Leuchtturm der Region seinen Namen leiht. Ringsherum gibt es Pinienwälder, die aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammen und zusammen mit Sträuchern von hohem ökoligischen Wert zum Schutz der Dünen angelegt wurden. Weiter in den Bergen findet man Eichen, Korkeichen und wilde Olivenbäume zusammen mit wiederaufgeforsteten Eukalyptusbäumen. Auf den Klippen heben sich Meerfenchel und sehr verbreitet Narzissen und Ginster hervor.

Aber die Hauptdarsteller des Parks sind ohne Zweifel die Vögel. Unter den ansässigen Arten sind die am häufigsten auftretenden der Weißstorch, Wespenbussard, Schwarzmilan und Gänsegeier. Man kann aber auch den Kaiseradler, Gleitaar, Schmutzgeier, Habichtsadler und Wanderfalken antreffen. Diese Vogelvielfalt multipliziert sich zur Zeit der Vogelwanderungen, ein Naturschauspiel, das man von dem Netz an Aussichtstürmen des Parks aus zu verschiedenen Jahreszeiten erleben kann.

Die Gewässer der Meeresenge beherbergen sehr wichtige natürliche Schätze, so dass noch heute in dieser Zone neue Spezien für die Wissenschaft entdeckt werden. Es werden mehr als 1.900 verschiedene Arten der Meeresflora und -fauna verbucht, darunter am verbreitetsten und wichtigsten die Unechte Karettschildkröte, der Delfin und Schweinswal. Hier finden sich ausgedehnte Algenwiesen, die ideal für Unterwassersportarten und ein Indikator für die Qualität des Wassers sind, der Blatt-Tang sticht aufgrund seiner spektakulären Erscheinung hervor. Wer sich für die Meeresumwelt interessiert, kann an einer der Bootstouren von Tarifa oder Algeciras aus teilnehmen, auf denen man Meeressäugetiere beobachten kann.

Das kulturelle Erbe ist ein weiteres Aushängeschild des Parks; unter den zahlreichen archäologischen Fundorten ist die antike römische Stadt Baelo Claudia hervorzuheben, eine strategische Enklave der Salzfischindustrie in der damaligen römischen Provinz. Auch das archäologische Erbe der Straße von Gibraltar ist nicht auf die Erdoberfläche beschränkt, einen wichtigen Teil nimmt das submarine Erbe aufgrund der Vielzahl an Schiffswracks ein. Weiterhin als Kulturerbe hervorzuheben ist die Altstadt von Tarifa, welche als historisch wichtiger Ort deklariert wurde.